Was ist der Unterschied zu einem herkömmlichen RJ45-Stecker?
Bei einem klassischen RJ45-Modularstecker werden die einzelnen Adern entsprechend der gewünschten Belegung angeordnet, auf eine passende Länge gekürzt und anschließend gemeinsam in den Stecker eingeschoben. Da sich die Aderenden danach innerhalb des Steckers befinden, muss bereits vor dem Einführen darauf geachtet werden, dass die Reihenfolge stimmt und die Adern möglichst gleichmäßig positioniert sind.
Bei einem Pass-Through Stecker können die Adern dagegen durch die dafür vorgesehenen Öffnungen an der Vorderseite des Steckers hindurchgeschoben werden. Die überstehenden Aderenden bleiben zunächst sichtbar.
Dadurch lässt sich vor dem Crimpen kontrollieren, ob die Adern in der richtigen Reihenfolge angeordnet sind. Erst beim anschließenden Crimpvorgang werden die Kontakte in die Adern gedrückt und – bei Verwendung eines dafür ausgelegten Pass-Through-Crimpwerkzeugs – die vorne überstehenden Aderenden bündig abgeschnitten.
Welche Vorteile bietet das Pass-Through-Prinzip?
Ein wesentlicher Vorteil liegt in der vereinfachten Handhabung bei der Kabelkonfektionierung. Die einzelnen Adern müssen vor dem Einführen in den Stecker nicht bereits exakt auf ihre endgültige Länge zugeschnitten werden. Sie können zunächst durch den Stecker geführt und anschließend gemeinsam abgeschnitten werden.
Gleichzeitig bleibt die Aderreihenfolge bis unmittelbar vor dem Crimpen sichtbar. Das erleichtert die Kontrolle der gewünschten Verdrahtung und kann helfen, Belegungsfehler frühzeitig zu erkennen.
Das Pass-Through-Prinzip ist daher besonders praktisch, wenn regelmäßig Netzwerkkabel vor Ort konfektioniert oder individuelle Kabellängen benötigt werden.
So funktioniert die Konfektionierung
Zunächst wird der Außenmantel des Netzwerkkabels auf die für den verwendeten Stecker erforderliche Länge entfernt. Anschließend werden die einzelnen Adern vorbereitet und entsprechend der gewünschten RJ45-Belegung angeordnet.
Die sortierten Adern werden gemeinsam in den Pass-Through Stecker eingeschoben. Anders als bei einem geschlossenen Modularstecker werden sie weiter durch den Steckerkörper geführt, bis ihre Enden vorne aus dem Stecker herausragen.
Jetzt lässt sich noch einmal überprüfen, ob die Adern korrekt angeordnet sind und vollständig durch die vorgesehenen Führungen laufen. Anschließend wird der Stecker mit einem für Pass-Through Stecker geeigneten Crimpwerkzeug vercrimpt. Dabei werden die Kontakte des Steckers in die Adern gedrückt. Bei entsprechenden Werkzeugen werden gleichzeitig die vorne herausstehenden Aderenden bündig am Stecker abgeschnitten.
Das passende Crimpwerkzeug beachten
Für Pass-Through Modularstecker sollte ein Crimpwerkzeug verwendet werden, das ausdrücklich für diese Bauform vorgesehen ist. Ein solches Werkzeug übernimmt nicht nur das Vercrimpen des Steckers, sondern verfügt in der Regel zusätzlich über eine Schneidfunktion für die vorne herausgeführten Adern.
Dadurch können Kontaktierung und Ablängen der Adern innerhalb eines Arbeitsvorgangs erfolgen.
Ob ein bestimmter Stecker mit einem bestimmten Crimpwerkzeug kompatibel ist, sollte jedoch immer anhand der jeweiligen Herstellerangaben geprüft werden.
Pass-Through bedeutet nicht automatisch eine höhere Netzwerkleistung
Das Pass-Through-Prinzip beschreibt in erster Linie die Bauform und die Art der Verarbeitung des Modularsteckers. Daraus allein lässt sich keine höhere Übertragungsgeschwindigkeit oder bessere elektrische Performance ableiten.
Welche Übertragungseigenschaften eine konfektionierte Netzwerkverbindung erreicht, hängt unter anderem vom verwendeten Kabel, vom Stecker, von deren jeweiliger Kategorie und Spezifikation sowie von der fachgerechten Montage ab.
Entscheidend ist daher, einen zum Kabel und zur vorgesehenen Anwendung passenden RJ45-Stecker zu verwenden und die jeweiligen Herstellerangaben zu beachten.
Kurz zusammengefasst
RJ45 Pass-Through Modularstecker vereinfachen die manuelle Konfektionierung von Netzwerkkabeln, indem die einzelnen Adern vollständig durch den Stecker geführt werden. Die Aderbelegung bleibt dadurch vor dem Crimpen sichtbar und kann nochmals kontrolliert werden. Mit einem geeigneten Pass-Through-Crimpwerkzeug werden die Kontakte vercrimpt und die überstehenden Aderenden bündig abgeschnitten.
Der wesentliche Vorteil gegenüber klassischen RJ45-Modularsteckern liegt somit nicht in einer grundsätzlich höheren Übertragungsleistung, sondern in einer einfachen, übersichtlichen und kontrollierbaren Verarbeitung.